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Nikki
Nikki durfte am 08.02.2014 bei uns einziehen, wir wollten einen Hund, der jung ist, etwa mittelgroß, bereits alleine bleiben kann und sauber ist. Da wir in deutschen Tierheimen leider keinen jungen Hund haben durften, da mein Mann in Vollzeit arbeitet, ich Teilzeit mit Gleitzeit (in Ausnahmefällen Hundi mitnehmen darf, wenn er sich benimmt), wir Haus mit Grundstück (eingezäunt) haben, Oma nebenan wohnte, meine Eltern fit sind und immer Hunde hatten und sich auf eine tageweise Betreuung freuten, unser Sohn am Wochenende noch zuhause lebte und eine Freundin bereit war immer einzuspringen. Das war offensichtlich nicht ausreichend um als gute und verantwortungsbewusste Hundehalter durchzugehen. Über viele Umwege sind wir auf Nikki aufmerksam geworden, da wir keinen Hund aus dem Ausland adoptieren wollten, der nicht zumindest in einer Pflegestelle in Deutschland ist, wir hatten ja keine Erfahrung mit Hunden mit Vergangenheit, hatten immer Welpen großgezogen. Er lebte bei Denise und Dodo in Bonn, aus der Eifel war es nicht weit, also Sonntags besucht und mein Mann hat sich verliebt, ich noch nicht so, aber mir war es recht, ich wusste, dass es klappen würde. Ich fand den Namen Nikki nicht so doll, er hatte ja nur ein Ohr und die Verbindung zu Niki Lauda war doch recht makaber, er sollte Figo heißen, fand, dass das der richtige Name für einen rassigen Südländer sei. Samstags zog er ein, sein Lieblingsplatz war schnell gefunden, ist es auch bis heute, sein Kissen unterm Tisch, dafür musste einer der sechs Stühle weichen, er mag es halt nicht, wenn einem der Himmel auf den Kopf fallen kann. Dienstags morgens um halb sechs passierte das, was keiner HundausdemSüden-aufnehmenden Familie in den ersten Tagen passieren darf und soll: Er ist morgens mit meinem Mann ohne Sicherung durch die Haustür und war weg. Wir wohnen ländlich und Nikki war so nach drei Minuten bereits am Ortsrand und durch die Felder Richtung Wald unterwegs, mein Mann rufend mit Taschenlampe hinterher, Nikki blieb ab und zu stehen, aber er kam nicht zurück, lief immer weiter.  Ich erst im Nachthemd raus, dann (Anfang Februar) nachdem ich mich angezogen habe auch hinterher. Es war dunkel und ich hatte keine Taschenlampe, ich war fix und fertig, mein Mann auch, was haben wir uns alles ausgemalt. Er ist dann nachhause um das Auto zu holen und ich immer mit süßer Stimme flötend „Niiiikki, Nikilein, ja wo is er denn der Schatz“ über die Feldwege, gesehen habe ich ihn nicht. Und nach endlosen (es waren nur 15 Minuten) stand er neben mir, wedelte und freute sich, blieb stehen als wolle er sagen, so leine mich doch bitte an. Ab der Sekunde war er mein Herzhund, geht mit mir überall hin (Gondel, Stege, Tunnel, alles was ihm Angst macht, er liebt es nicht, aber er tut es), seit ich ihn nach knapp acht Wochen abgeleint habe, genießt er die Freiheit, kommt aber immer (naja nicht immer ohne Zögern, aber er kommt) auf Zurufen zurück, lässt sich bei Wildwechsel und Hasen abrufen usw. usw. usw. Er hat gelernt bei Wanderungen zu mir zu kommen, wenn uns Leute begegnen oder wenn Fahrradfahrer kommen, er liegt im Lokal unterm Tisch, verträgt sich prima mit anderen Hunden, mag fremde Menschen nicht, geht ihnen aus dem Weg, fährt sehr gerne Auto und liebt es zuhause zu sein, hasst es aber abgeduscht zu werden. Er hasst auch belebte Innenstädte, laute Geräusche, Menschen mit Besen, flatternde Bänder, Sturm und Gewitter, Sirenen, schreiende Kinder. Er weicht aus, läuft aber nie nie nie weg!!!! Was bin ich so dankbar, dass Denise und Dodo uns den Nikki anvertraut haben (den Namen durfte er nach der Nacht- und-Nebel-Aktion behalten) und für uns kommt in Zukunft auch nur noch ein Tierschutzhund in Frage.